Steinschleuder

Die Steinschleuder ist eine altbewährte Distanzwaffe, welche schon im Mittelalter bekannt war. Heute wird die Steinschleuder überwiegend aus sportlichen Gründen benutzt.

Das Prinzip einer Schleuder ist denkbar einfach. Ein harter Gegenstand bzw. ein Geschoss wird mittels eines dehnbaren Aufzuges gespannt und mittels einfacher Zugkräfte weggeschleudert. Dieses Prinzip ist seit je her unverändert, nur die Schleudern an sich wurden wesentlich stabiler und genauer, was die Treffsicherheit angeht.

Heute werden die Schleudern aus unzerstörbaren Materialien hergestellt, auch das Zugband besteht aus flexibleren und dehnfähigeren Gummis. Hierdurch können größere Zugkräfte ausgelöst werden, was eine wesentlich höhere Reichweite ermöglicht. Die Geschosse sind heute meist Kunsstoffkügelchen oder Stahlkugeln, die eine verbflüffende Durchschlagskraft entwickeln können.

Auch das Nachladen ist einfacher geworden. Moderen Schleudern haben im Griffstück einen Kugelspeicher, womit die Geschosse innerhalb kürzester Zeit nachgeführt werden können.

Vorteile einer Steinschleuder:

  • sehr günstiger Preis in der Anschaffung
  • Muniton liegt quasi auf der Straße (z.B. Steine) und ist unerschöpflich
  • sehr unempfindlich und robust
  • hohe Abgabefreuenz möglich

Nachteile einer Steinschleuder:

  • einiges an Übung erforderlich

Rechtliches:

Eine Steinschleuder unterliegt grundsätzlich nicht dem Waffengesetz. Verboten ist aber eine Armstütze oder eine vergleichbare Vorrichtung (sogenannte Präzisionsschleudern) sowie vergleichbare Vorrichtungen.
(WaffG, Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.3.7 in Verbindung mit Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 2 Nr. 1.3)

Zusammenfassung:

Eine heutige „Steinschleuder“ hat mit den Geräten aus der Kindheit nicht mehr viel zu tun sondern ist eine echte Alternative in Sachen legale Selbstverteidigungswaffe.

6 Responses to “Steinschleuder”

  1. Wie kann eine Schleuder der Selbstverteidigung dienen ?

    Wenn ein Angreifer nahe ist, nützt sie nichts, ist er fern, kann man ihm ausweichen.

    Einen Richter davon zu überzeugen, dass man auf mindestens mehrere Meter Entfernung hin in einer Notwehrsituation war, dürfte schwierig werden. Ohne (sehr (!) glaubwürdige) Zeugen geht da gar nichts.

    Unbeteiligte hingegen trifft man schnell, und ein Auge ist schnell zerstört.

    Kurz: Wer eine Anzeige wg. gefährlicher oder schwerer Körperverletzung und dann eine Vorstrafe will, soll sich unbedingt mit einer Schleuder ausstatten und sie auf Distanz verwenden.

    Wer sich verteidigen will, sollte was anderes nehmen.

  2. “ einiges an Übung erforderlich“
    auf kurzdistanz nicht. und auf Langdistanz muss man in SV situationen nicht schiessen. da man mit einer schleuder maximal einen schuss abgeben kann bevor es in den Nahkampf geht, sollte man wenn überhaupt schrotschleudern einsetzen (diese werden allerdings noch nicht in großer Zahl hergestellt). wer sich auf der straße verteidigen will braucht keine schleuder, da man nicht die zeit hat sie zu spannen. für „home defense“ sind gasdruckpistolen besser, da sie schnellere schussfolgen ermöglichen.

  3. Eine sogenannte „Zwille“ ist nur bedingt zur Selbstverteidigung gedacht.
    Eine Situation „draussen“, mit ein paar Metern Abstand reichen vollkommen aus.
    Weiter hat die Schleuder einen sehr hohen „Aggressionswert“, b.h. wenn jemand mit einer ausgezogenen Schleuder vor einem steht, muss man nicht unbedingt in die Situation des Schiessens kommen.

    Aber prinzipiell halte ich die Schleuder für eine Sport-oder Spasswaffe.
    Dosen runterschiessen usw,……..

  4. Ideal ist eine Schleuder in einem Distanzbereich von ca 2-10m.Man hat da zwar nur einen Schuss,aber bei einer guten Schleuder ist das auch absolut ausreichend, wenn man geübt ist.
    Wie eine Schleuder zur Selbstverteidigung dienen kann? Mit einer starken Zwille,kann man sogar ein Loch in eine Kokosnuss schießen (schau mal bei YT),welche mehr als doppel so hart wie ein Menschlicher Schädel ist. Selbst wenn man damit einem auch nur am Arm trifft,ist der erstmal eine Weile mit dem starken Schmerz beschäftigt.
    Ich hab schon immer gern mit Zwillen geschossen und meine Empfehlung ist eine selbergemachte Holzzwille,mit Theraband (das flache Band) und 12mm Stahlkugel. Wenn man geübt und sehr kräftig ist,kann man auch mit größeren Kugeln oder gar mit Blei schießen. Es gibt sogar kleine Flechetten für Schleudern,mit denen man dicke Massivholz Platten durchschlagen kann. Schrotschleudern sind übrigens mist,weli die kleinen Kugeln zu wenig Energie haben.Das geht vielleicht bei ner Pumpgun,aber die schießt die Kügelchen ja auch mit ein paar hundert m/s raus. Gruß

  5. Mit einer Schleuder kann man sicher große Schäden anrichten. Das allein macht sie aber noch lange nicht für die Abwehr eines Überfalls geeignet. Der Überfall ist eine Ausnahmesituation. Wer da cool genug ist, eine Schleuder aus der Tasche zu ziehen, sie zu laden und zu spannen, zu zielen und dann auch noch den Angreifer zu treffen, der hätte wahrscheinlich auch locker noch weglaufen können oder in der Zeit den Angreifer mit allen anderen hier aufgeführten Selbstverteidigungswaffen hintereinander unschädlich machen können.
    Es geht nicht darum, dem Angreifer den größtmöglichen Schaden zuzufügen, sondern darum, ihn vorübergehend angriffsunfähig zu machen, damit der Angegriffene Hilfe holen, die Polizei rufen, weglaufen etc. kann!

  6. Hinweis: Schleudern sind in Deutschland nur bis zu einer gewissen Zugkraft erlaubt. Zur SV im Herkömmlichen Sinne würde ich sie nicht nehmen, aber als „Haus und Hofverteidigung“ ist sie ggf. nutzbar – Hier würde ich aber eher eine Paintballwaffe mit Pfefferkugeln oder Hartgummigeschossen empfehlen. Armbrust ginge auch, ist aber nicht zur „halbwegs humanen Hausfriedensregulierung“ geeignet, es sei denn ihr findet gute „Bluntpfeile“ = Gummispitzenpfeile. Mein Tip zur SV (sofern man noch Zeit hat eine Waffe zu ziehen) ist ein guter Hosengürtel!

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